Throwback Thursday: Japans Süden Part 2 – Hiroshima (25/07/12 – 28/07/12)

Hallo meine Lieben,

es ist wieder Throwback Thursday und es geht weiter mit dem zweiten Teil von „Japans Süden“. Heute geht es durch den Friedenspark in Hiroshima, mit seinen unzähligen Gedenkstatuen und in das dazugehörige Museum. Dieser Post wird etwas düster, da der Atombombenabwurf kein schönes Thema ist. Ich finde jedoch, dass die Japaner die Geschichte sehr gut erzählen und man durch die zahlreichen Exponate, zumindest anteilig, ein Gefühl für die Situation damals bekommt.

Übersicht Hiroshima Memorial Peace Park

Atombomben Dom

Atombomben Dom
Ich zeige Euch hier eine Auswahl der verschiedenen Denkmäler, die für die Opfer des Atombombenanschlags aufgestellt wurden:
Memorial Tower to Mobilized Students


Das Monument für die Atombombenopfer soll zeigen, wie schrecklich der Tod der Opfer war, die durch die Atombombenexplosion dahin geschmolzen sind. Dabei lag die Temperatur am Hypocenter (direkt unter der Explosion) 4.000°C und ungefähr 1.800°C 1000m entfernt vom Hypocenter. Diese Statue steht ungefähr 141m von dort entfernt, was das Grauen nochmal verdeutlichen soll.
Hiroshima Monument für die Atombombenopfer

Das Children’s Peace Monument steht für die Kinder, die unter den Opfern des Anschlags waren. Die Statue zeigt ein Mädchen, das einen goldenen gefalteten Kranich über ihren Kopf hält. 

Children’s Peace Monument 
Anschließend ging es in das Friedensmuseum. Dort wurde sehr bildhaft vermittelt, was damals im 2. Weltkrieg passiert ist. Während der Edo-Periode (1603-1867) war Hiroshima die führende Stadt in der Shugoku und Shikoku Region. Während der Meiji Ära (1868) wurde Hiroshima zur Hauptstadt der Hiroshima Präfektur. Während dieser Zeit entwickelte Hiroshima eine akademisches und auch militärische Seite. Mit der Entwicklung der Schwerindustrie in den 1920er Jahren nahm das Militär in der Stadt überhand, zur Herstellung militärischer Produkte. 
Im August 1942 startete die U.S. Regierung das geheime „Manhattan-Projekt“ zur Entwicklung einer Atombombe. Dabei sollte Japan möglichst schnell zur Kapitulation gebracht werden, um den Krieg zu beenden. Damals waren noch viele asiatische Gebiete durch Japan besetzt und die U.S. Regierung wollte ihre Soldaten-Opfer bei einer Landung in den Gebieten gering halten und zusätzlich vermeiden, dass die Sowjetunion Forderungen an Gebiete stellt.
Am 6. August 1942, genau um 8:15 Uhr am Morgen wurde die erste Atombombe in der Geschichte der Menschheit über Hiroshima abgeworfen. Dabei sind 92.000 Menschen sofort getötet worden. Bis Ende 1945 starben weiterer 130.000 Menschen an den Folgeschäden der Strahlung. 
Armbanduhr eines Atombomben-Opfers, welche genau um 8:15 stehen geblieben ist 

Hiroshima vor dem Anschlag

Hiroshima nach dem Anschlag

Punkt, an dem die Atombombe über Hiroshima explodiert ist

Eine weitere Uhr, die während des Atombombenanschlags stehen geblieben ist.

Sadoko’s Geschichte ist sehr rührend. Sie war 2 Jahre alt, als die Atombombe über Hiroshima explodierte. Mit 10 Jahren erkrankte Sie an Leukämie, als Folge des Anschlags. Sie wurde, aufgrund von schweren Schmerzen im Krankenhaus behandelt. Dabei hoffte Sie jeden Tag wieder gesund zu werden und faltete unzählige Kraniche. Sie hat sich immer wieder gesagt, wenn Sie 1000 Kraniche Faltet wird Sie wieder gesund. Am Ende wurden es mehr am 1000 Kraniche, doch Sadoko erlag der Krankheit. 

Sadoko’s Kraniche
Es wurden auch Gegenstände, wie Bentoboxen mit verkohltem Essen, Kleidung oder auch Fingernägel ausgestellt. Es wurde ein Stück Mauer ausgestellt, wo man noch den Schatten der person sehen konnte, die quasi von der Atombombe weggefegt wurde. Und es wurde über Strahlung und ihre Folgen aufgeklärt. Manche Dinge waren sehr makaber, aber ich denke, dass die Japaner nur zeigen wollen, was so eine Atombombe anrichten kann. 
Das wohl bekannteste Denkmal im Friedenspark ist der Kenotaph in der Mitte des Parks. Diese wurde so errichtet, dass er auf einer Höhe mit dem Atombomben Dome steht. Jedes Jahr, am 6. August findet hier die Gedenkfeier für die Atombombenopfer statt. 

Nachdem ich diese Tour durch den Park und das Museum gemacht habe, waren die Debatten nach dem Unglück in Hiroshima sowohl in Europa, als auch in Japan bezüglich Atomenergie sehr groß. In Japan ist es weiterhin ein großes Thema. Und nachdem man diese Bilder gesehen hat, habe ich erst recht nicht verstanden, wie die japanische Regierung, die die schlimmen Folgen am eigenen Leib erlebt hat und erlebt, als auch Europa, so die Augen vor der Gefahr der Atomenergie verschließen kann. 
Wie denkt Ihr darüber? Atomenergie ja, denn das hat ja nichts mit Atombomben zu tun oder Atomenergie nein, denn es ist beides schlimm?

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